Verliert die Schweiz den Anschluss?

KI-Strategie in Unternehmen: Warum fehlende Entscheidungen zum Risiko werden

Der Weg von ersten KI-Anwendungsfällen zur unternehmensweiten Nutzung ist für viele Unternehmen anspruchsvoll. Entscheidend sind nicht einzelne Tools oder Pilotprojekte, sondern klare Entscheidungen zu Zielen, Daten, Governance und Verantwortlichkeiten. Nur so lässt sich das Potenzial von KI langfristig und skalierbar nutzen.
Diverse Air Traffic Control Team Working in a Modern Airport Tower. Office Room is Full of Desktop Computer Displays with Navigation Screens, Airplane Flight Radar Data for Controllers.

Viele Unternehmen testen KI (künstliche Intelligenz). Doch aus Pilotprojekten entsteht selten echte Skalierung. Der Grund liegt meist nicht in der Technologie, sondern in fehlenden Entscheidungen: Ziele bleiben unscharf, Daten fragmentiert, Verantwortlichkeiten ungeklärt.

Eine KI-Strategie zu entwickeln, ist deshalb keine reine IT-Aufgabe, sondern eine Führungsaufgabe. Unternehmen, die künstliche Intelligenz wirksam einsetzen wollen, müssen Prioritäten setzen, Verantwortlichkeiten klären und bewusst entscheiden, welche Initiativen weiterverfolgt, skaliert oder beendet werden.

Die Entscheidungsblockade in Schweizer Führungsetagen

In vielen Schweizer Unternehmen ist die Bedeutung von KI längst erkannt. Geschäftsleitungen, CIOs, CTOs und Digitalverantwortliche wissen, dass künstliche Intelligenz Prozesse, Produkte und Geschäftsmodelle verändern wird. Trotzdem bleibt die Umsetzung oft zögerlich.

Ein Grund dafür ist die hohe Dynamik des Themas. Neue Modelle, Tools und Anwendungsfälle entstehen in kurzer Zeit. Das führt zu Unsicherheit: Welche Technologie ist tragfähig? Welche Use Cases lohnen sich wirklich? Wie stark soll investiert werden? Welche Risiken sind akzeptabel?

Viele Unternehmen reagieren darauf, indem sie einzelne Tests starten, Tools prüfen und Erfahrungen sammeln. Das wirkt flexibel, resultiert aber häufig in strukturellem Stillstand. Denn wenn jede Abteilung eigene KI-Initiativen verfolgt, entsteht zwar Bewegung, aber keine gemeinsame Richtung.

Eine erfolgreiche KI-Transformation beginnt deshalb nicht mit der Auswahl eines Tools, sondern mit klaren Entscheidungen:

3D-Bild zu Generative AI

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Warum laufen rund 70 % der KI-Projekte heute ins Leere?

Einzelne KI-Use-Cases lassen sich heute vergleichsweise schnell entwickeln. Ein Chatbot für den Kundenservice, eine Automatisierung im Reporting, eine intelligente Suche oder eine KI-gestützte Analyse im Fachbereich können rasch erste Ergebnisse liefern.

Das Problem beginnt nach dem Pilotprojekt. Dann muss die Lösung betrieben, integriert, kontrolliert und weiterentwickelt werden. Genau hier zeigt sich, ob KI strategisch gedacht wurde oder nur als isoliertes Experiment.

Typische Gründe für eine fehlende KI-Skalierung in Unternehmen sind:

So entsteht zwar ein punktueller Nutzen, aber keine wiederverwendbare KI-Fähigkeit. Unternehmen lernen in einzelnen Teams, bauen jedoch keine Grundlage auf, die für das gesamte Unternehmen tragfähig ist.

Die strukturellen Probleme hinter den aktuellen KI-Ansätzen

KI-Projekte scheitern selten an einem einzelnen Tool. Häufig fehlen die organisatorischen und technischen Voraussetzungen, um aus einem Prototypen eine skalierbare Lösung zu machen.

Fragmentierte Daten

KI braucht verlässliche, zugängliche und qualitativ gute Daten. Wenn Daten in verschiedenen Systemen liegen, unterschiedlich gepflegt werden oder nicht eindeutig verantwortet sind, wird die KI-Skalierung im Unternehmen schwierig. Jede neue KI-Anwendung muss dann erneut Datenzugriff, Datenqualität und Kontext klären.

Fehlende Governance

Ohne klare Regeln ist unklar, wer KI-Anwendungen freigibt, wer Ergebnisse überprüft und wie Risiken bewertet werden. Speziell bei Datenschutz, Compliance, Security und Haftungsfragen wird eine fehlende Governance schnell zum Problem.

Keine einheitliche Architektur

Wenn jede Abteilung eigene Tools und Plattformen nutzt, steigen Komplexität und Kosten. Schnittstellen, Sicherheitsstandards und Betriebsmodelle müssen mehrfach gelöst werden. Das bremst die Geschwindigkeit und erschwert die Wiederverwendung erfolgreicher Ansätze.

Unklares Operating Model

Viele Unternehmen wissen nicht genau, wo KI organisatorisch verankert werden soll. Wird KI zentral gesteuert? Dezentral in den Fachbereichen umgesetzt? Oder braucht es ein hybrides Modell? Ohne diese Entscheidung bleiben Zuständigkeiten diffus.

Die Folge: Die Komplexität steigt, die Skalierbarkeit sinkt und aus erfolgreichen Pilotprojekten entstehen keine nachhaltigen Wettbewerbsvorteile.

Prüfen Sie mit unserer Checkliste zur KI-Einführung im Unternehmen, ob Ihre Daten, Governance, Architektur und Verantwortlichkeiten bereit für die Skalierung sind.

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Die Gefahr: International den Anschluss verlieren

Internationale Märkte entwickeln KI zunehmend strategisch. Unternehmen investieren nicht nur in einzelne Tools, sondern in Plattformen, Datenstrukturen, Governance und wiederverwendbare Fähigkeiten. Dadurch können neue Anwendungsfälle schneller umgesetzt und bestehende Lösungen leichter erweitert werden.

Für Schweizer Unternehmen wird der Time-to-Market damit zu einem entscheidenden Faktor. Wer KI schneller in Produkte, Services und Prozesse integriert, arbeitet effizienter, bedient Kundenbedürfnisse früher und testet neue Geschäftsmodelle schneller.

Nicht zu entscheiden, wird dadurch selbst zum Risiko. Während andere Unternehmen Erfahrungen sammeln, tragfähige Strukturen schaffen und ihre KI-Fähigkeiten Schritt für Schritt ausbauen, verlieren zögerliche Organisationen wertvolle Zeit. Eine falsche Entscheidung lässt sich korrigieren – Stillstand dagegen nur schwer aufholen.

Warum ist eine KI-Strategie auch immer eine Entscheidungsstrategie?

Eine gute KI-Strategie zu entwickeln, bedeutet nicht, sich möglichst viele Optionen offenzuhalten. Sie bedeutet, bewusst zu wählen.

Unternehmen müssen entscheiden, welche Ziele sie mit KI verfolgen, welche Use Cases Priorität haben, welche Datenbasis benötigt wird und welche Technologien langfristig tragfähig sind. Ebenso wichtig sind Entscheidungen zu Governance, Verantwortung, Risikomanagement und Kompetenzaufbau.

Ohne diese Festlegungen entsteht ein Zustand, in dem sich viel bewegt, aber wenig vorankommt. Es gibt Meetings, Proofs of Concept und Tooltests, aber keine belastbare Richtung.

Eine Strategie für künstliche Intelligenz ist deshalb immer auch eine Entscheidungsstrategie. Sie schafft Fokus, schützt Ressourcen und macht Skalierung überhaupt erst möglich.

Die 10 zentralen Entscheidungen für skalierbare KI

1. Fokus definieren

Unternehmen müssen klären, ob sie KI über einzelne Use Cases, über wiederverwendbare Fähigkeiten oder über konkrete Geschäftsbereiche skalieren wollen. Ohne Fokus entstehen zu viele parallele Initiativen.

2. Datenstrategie festlegen

Soll die Datenbasis standardisiert, föderiert oder weiterhin dezentral organisiert bleiben? Diese Entscheidung beeinflusst, wie schnell und sicher KI-Anwendungen skaliert werden können.

3. Plattformstrategie wählen

Build, Buy oder Hybrid: Unternehmen sollten bewusst entscheiden, welche Komponenten sie selbst entwickeln und wo externe Lösungen sinnvoll sind. Eine klare Plattformstrategie verhindert Tool-Wildwuchs.

4. Governance definieren

KI-Governance muss Geschwindigkeit ermöglichen und Kontrolle sichern. Dazu gehören Regeln für Freigaben, Datenschutz, Sicherheit, Qualitätssicherung und Verantwortlichkeiten.

5. Operating Model festlegen

Zentral, dezentral oder hybrid: Das Operating Model legt fest, wie KI-Initiativen gesteuert, umgesetzt und weiterentwickelt werden.

6. Talentstrategie klären

Unternehmen müssen entscheiden, welches KI-Know-how intern aufgebaut wird und wo externe Unterstützung sinnvoll ist. Tools allein schaffen keine KI-Kompetenz.

7. Integration ins Business

KI darf kein Add-on bleiben. Wirkung entsteht erst, wenn KI tief in Prozesse, Produkte und Entscheidungswege integriert wird.

8. Erfolgsmessung definieren

ROI ist wichtig, reicht aber nicht aus. Auch Geschwindigkeit, Entscheidungsqualität, Kundennutzen und neu aufgebaute Fähigkeiten sollten messbar werden.

9. Risikomanagement

Security, Compliance, Datenschutz, Verantwortung und Transparenz müssen von Beginn an berücksichtigt werden. Nachträgliche Kontrollen sind oft teuer und bremsen die Skalierung.

10. Bewusst verzichten

Eine starke Strategie für künstliche Intelligenz definiert nicht nur, was gemacht wird. Sie legt auch fest, was nicht gemacht wird. Verzicht schafft Fokus und verhindert Ressourcenverschwendung.

Mehr zu Datenarchitektur, Plattformstrategie, Governance und Betrieb lesen Sie in unserer Blogserie zu KI-Infrastruktur

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Vom KI-Pilot zur Skalierung: Was erfolgreiche Unternehmen anders machen

Erfolgreiche Unternehmen behandeln KI nicht als Tool-Sammlung. Sie bauen Strukturen auf, mit denen neue Anwendungsfälle schneller, sicherer und wiederholbarer umgesetzt werden können.

Dazu gehören klare Prioritäten, einheitliche Architekturprinzipien, belastbare Datenstrukturen und Governance-Regeln, die Orientierung geben, ohne Innovation zu blockieren. KI wird nicht neben bestehenden Prozessen platziert, sondern gezielt in Abläufe, Produkte und Entscheidungen integriert.

Wichtig ist ein iterativer Ansatz: entscheiden, umsetzen, lernen, nachschärfen. Unternehmen müssen nicht von Anfang an alles perfekt lösen. Sie müssen aber verbindliche Entscheidungen treffen und ihre Strategie kontinuierlich weiterentwickeln.

KI skaliert nicht durch Technologie, sondern durch Klarheit

KI-Modelle werden leistungsfähiger, Tools werden zugänglicher und Anwendungsfälle nehmen zu. Doch Technologie allein erzeugt keine Skalierung.

Der eigentliche Engpass liegt in fehlender Klarheit. Unternehmen brauchen Entscheidungen zu Zielen, Daten, Plattformen, KI-Governance, Verantwortung und Risiken. Erst dann kann aus einzelnen KI-Initiativen eine tragfähige Lösung für das gesamte Unternehmen entstehen.

Wer KI strategisch nutzen will, muss bewusst wählen. Denn wer heute keine klaren Entscheidungen trifft, entscheidet sich faktisch gegen eine Skalierung.

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FAQ zu KI-Strategie

Viele KI-Projekte liefern in der Pilotphase überzeugende Ergebnisse, schaffen den Übergang in den produktiven Betrieb jedoch nicht. Der Grund liegt selten in der Technologie selbst. Häufig fehlen eine klare KI-Strategie, einheitliche Datenstrukturen, Governance-Regeln und definierte Verantwortlichkeiten. Ohne diese Grundlagen entstehen isolierte Einzellösungen, die sich nur schwer skalieren und langfristig betreiben lassen. Erfolgreiche Unternehmen planen deshalb bereits vor dem ersten Pilotprojekt, wie KI-Anwendungen in bestehende Prozesse, Systeme und Organisationsstrukturen integriert werden.

Eine erfolgreiche KI-Strategie definiert klare Ziele, priorisierte Anwendungsfälle, eine belastbare Datenstrategie, Governance-Regeln sowie ein passendes Operating Model. Unternehmen müssen ausserdem entscheiden, welche Technologien langfristig eingesetzt werden, wie KI-Kompetenzen aufgebaut werden und wie Risiken in den Bereichen Security, Datenschutz und Compliance gesteuert werden. Eine KI-Strategie schafft Orientierung und stellt sicher, dass einzelne Initiativen auf gemeinsame Unternehmensziele einzahlen.

KI lässt sich erfolgreich skalieren, wenn Unternehmen nicht nur einzelne Use Cases umsetzen, sondern wiederverwendbare Fähigkeiten aufbauen. Dazu gehören eine einheitliche Plattformstrategie, hochwertige Daten, klare Governance, definierte Verantwortlichkeiten und eine tiefe Integration von KI in bestehende Geschäftsprozesse. Statt viele isolierte Pilotprojekte zu betreiben, sollten Unternehmen einen strategischen Ansatz verfolgen, der Lernen, Standardisierung und kontinuierliche Weiterentwicklung ermöglicht.

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Der Experte

Thomas Fischer

Thomas Fischer ist Head of Business Area DXS & AI bei bbv. Mit seinem Fokus auf digitale Transformation und Künstliche Intelligenz begleitet er Unternehmen auf ihrem Weg in die Zukunft. Seine langjährigen Erfahrungen in der Unternehmensführung und der Umsetzung komplexer IT-Projekte machen ihn zu einem vertrauensvollen Partner für innovative Lösungen.
Head of Business Area
bbv Schweiz

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